Über Konstantin Sotnikov

Sotnikovs zutiefst rätselhaften, durch eine Vielfalt von Verweisen und Indizien aufgeladenen Arbeiten lassen sich nie in Gänze erschließen. Das mediale Spektrum des Künstlers reicht von den doppelbödigen erzählerischen Szenen auf der Leinwand bis hin zu plastischen Assemblagen aus Fundstücken von Floh- und Trödelmärkten. In den vergangenen Jahren sind zudem Skulpturen aus Holz oder Gips sowie geschnitzte Reliefs entstanden. Inhaltlich befasst sich der Künstler seit 2012 zunehmend mit Stilleben, Portraits und theatralen malerischen Inszenierungen, in denen die Genres ineinandergreifen, Stilleben und personalstarke Spektakel im übertemporalen Zeitensprung miteinander verbunden sind. Die von einer scharfsinnigen, finsteren Schönheit durchströmten grotesken spätmittelalterlichen Höllenvisionen von Hieronymus Bosch (um 1450·1516) ziehen sich als eine Konstante durch Sotnikovs Werk hindurch. Hinzu kommen Motive aus botanischen Verzeichnissen und Tieratlanten vergangener Jahrhunderte, selbst erfundene comicartige Wesen und Images aus der Werbung.