Zur Person des Künstlers DEFANT:

Er stammt aus einer alten Familie von Künstlern und Naturwissenschaftlern, die seine besondere Begabung früh erkannten und förderten.

Ich kenne Defant´s Arbeiten seit ungefähr 45 Jahren: mein bis dahin unbekannter Nebenmann kritzelte mit Bleistift Zeichnungen in sein Schulheft. Schon damals waren es Mythologien, Harlekine aus der Comedia dell’Arte, Musiker, Sportler und Karikaturen von Personen des öffentlichen Lebens. Ihm war durch Konferenzbeschluss gestattet worden, in jedem Unterrichtsfach nebenbei zu zeichnen.

Seine Szenarien entwickelte er schon damals gerne aus Zeitungsmeldungen, wobei neben dem Feuilleton schon immer der politische (weniger der Wirtschaftsteil) eine Rolle spielte, dazu die Literaturklassiker und natürlich die Vertreter der Moderne.

Eindrücke und Wissen über Filme, Features in Funk, Kino und Fernsehen sammelte und sammelt er im Grunde immer dann, wenn er nicht gerade an seinen Bildern arbeitet. Dazu kommen ein elementares Interesse und sein wirklich enzyklopädisches Wissen bezüglich Musik und Sport, die ebenfalls immer wieder als große Domänen in seinen Arbeiten auftauchen und diese bereichern.

Er ist so zu einer Art „Contemplator Vitae“ geworden, also ein Sammler oder mehr noch: ein „Verinnerlicher“ von Lebenszeugnissen jeglicher Art. Dies ist seine Waffenkammer, sein Fundus, sein Grundteig, sein persönliches assoziatives Archiv.

Besonders prägend für seine Werke war mit Sicherheit ein Stipendium des Landes S- H, das es ihm Ende der 80 er Jahre ermöglichte, in Rom zu leben und zu lernen und das zusammen mit der Entdeckung des Literaten Pirandello einen der wichtigsten Schlüssel zu seinem Individualstil geliefert hat.

So bekommen wir von ihm ein opulentes Bilderbombardement mit tiefem humanistischen Wissen und philosophischen Erkenntnissen, gespickt mit Zitaten, Querverweisen, Anspielungen auf Zeitgeschichte oder Kunst-geschichte, oder, noch zutreffender und ohne jede Übertreibung: Diese Bilder sind zu Kunst gewordene anthropologische Analysen.

 

Dr. Wolfgang Wabbel