Anne Herzbluth

Anne Herzbluth hebt die Kunstform der Collage auf eine neue Bedeutungsebene. Sie wird zur Sammlerin. Sie sammelt Momente, Erlebnisse und Erfahrungen und entdeckt dadurch fast unvermeidlich die Collage. Gefühle werden in Bilder gespeichert. Bilder, die mit der Kraft des Fühlens angefüllt sind. Alles andere übergibt sie dem Vergessen. Was bleibt ist ein Kondensat. Die Essenz eines Lebens. Und wie jede Essenz ist sie kostbar. Manchmal muss man genauer hinschauen, um dies zu erkennen. Dieses Hinschauen in ein weithin unbekanntes Land und das Aufspüren jener Essenz vermittelt uns die Künstlerin auf eine unaufdringliche, fast diskrete Weise. Und als Betrachter ihrer Kunst beginnen wir die Kraft zu spüren, die in der Gesamtheit dieser einzelnen Momente verborgen ist.

 

Tibor Pogonyi

Tibor Pogonyi ist versessen auf die Darstellung von stofflichen Oberflächen und zitiert bei der Farbgebung und der Komposition seiner Bilder virtuos klassische Meister, wie Beispielsweise Velazquez oder Tizian. Gleichzeitig – und hierin liegt die große Qualität seiner Kunst - erhalten die Bilder durch die kompromisslose Konsequenz und die große künstlerische Autonomie mit der Pogonyi seinem Thema – der conditio humana – nachgeht, eine bestechende Aktualität, die sich nur schwer ergründen lässt und der man sich nur schwer entziehen kann.

 

Manfred Dörner

In der Arbeit Manfred Dörners wird der Vorgang des Kunstschaffens selbst zur Kunst. Was wir am Ende sehen ist nicht nur ein Bild. Es ist ein Abbild eines Prozesses, in dem sich Kräfte mit bildnerischer Gewalt ausdrücken und sich ihren Weg bahnen. Dörner stellt sich diesen Kräften nicht in den Weg. Er bietet ihnen vielmehr die Topographie, in der sie sich frei ausbreiten können. Wenn wir seine Bilder sehen, sind wir ergriffen und bewegt. Und viele wundern sich darüber. Es sind ja nur abstrakte Bilder. Jetzt ahnen wir, dass der Begriff abstrakt möglicherweise ungeeignet ist, die Arbeiten von Dörner einzuordnen. Es ist keine abstrakte Kunst. Es ist eher eine topographische Kunst, bei der der Künstler selbst zur Landschaft wird.