Juliane Hundertmark

Juliane Hundertmark ist eine der zurzeit originärsten und einfallsreichsten Künstlerinnen Berlins. Ihre Arbeit handelt von täglich zu beobachtenden Wahrheiten des Lebens, so wie sie von der Künstlerin erfahren und erlebt werden - Beobachtungen gesellschaftlicher Peinlichkeiten, unterdrückte sowie offen an den Tag gelegte Verhaltensweisen und Ängste des Menschen, die Verletzbarkeit des Individuums und seine Rolle in der Gemeinschaft.

Ihre großformatigen Arbeiten sind durch eine Kombination aus dynamischer, expressiver Malerei in Öl und einer subtilen Einbindung von kleinteiligen Collagen geprägt. Der unverwechselbare, hochgradig eigenhändige Stil der Künstlerin beinhaltet bildreiche Metaphern und gleicht häufig einer szenischen Aufführung, ähnlich einer modernen Genremalerei; eines Sittengemäldes, das die gute Bürgerlichkeit in Frage stellt und unsere persönliche Fallhöhe, vorausgesetzt wir öffnen uns den Bildern, gleich einer Examination offenlegt.

 

Anne Herzbluth

"In meiner Arbeit geht es mir nicht unbedingt um Veränderung, sondern um das Bewahren. Um die Gewohnheit, unter die Oberfläche und ins Innere der Dinge zu blicken, vielleicht auch um den Blick in das Unenträtselbare.

Diese Rätsel sind wie ein Puzzle, dass nie vollständig ist. Die Bildinhalte bezeichnen (erzählen), aber sie verweigern eine unmittelbare Aufklärung. Es gibt eine Lücke zwischen dem, was gezeigt wird und der Geschichte, die der Betrachter nun selbst konstruieren muss. Oft arbeite ich mit Inhalten, die so „unwichtig“ sind, dass sie uns nicht erinnerungswert erscheinen, aber sie zu vergessen, würde uns zu anderen Menschen machen. Es ist ein subtiles Verständnis über die Gegensätze, die das Leben ausmacht."

 

Manfred Dörner

In der Arbeit Manfred Dörners wird der Vorgang des Kunstschaffens selbst zur Kunst. Was wir am Ende sehen ist nicht nur ein Bild. Es ist ein Abbild eines Prozesses, in dem sich Kräfte mit bildnerischer Gewalt ausdrücken und sich ihren Weg bahnen. Dörner stellt sich diesen Kräften nicht in den Weg. Er bietet ihnen vielmehr die Topographie, in der sie sich frei ausbreiten können. Wenn wir seine Bilder sehen, sind wir ergriffen und bewegt. Und viele wundern sich darüber. Es sind ja nur abstrakte Bilder. Jetzt ahnen wir, dass der Begriff abstrakt möglicherweise ungeeignet ist, die Arbeiten von Dörner einzuordnen. Es ist keine abstrakte Kunst. Es ist eher eine topographische Kunst, bei der der Künstler selbst zur Landschaft wird.

Halle 4 Stand R07