Anne Herzbluth

Anne Herzbluth hebt die Kunstform der Collage auf eine neue Bedeutungsebene. Sie wird zur Sammlerin. Sie sammelt Momente, Erlebnisse und Erfahrungen und entdeckt dadurch fast unvermeidlich die Collage. Gefühle werden in Bilder gespeichert. Bilder, die mit der Kraft des Fühlens angefüllt sind. Alles andere übergibt sie dem Vergessen. Was bleibt ist ein Kondensat. Die Essenz eines Lebens. Und wie jede Essenz ist sie kostbar. Manchmal muss man genauer hinschauen, um dies zu erkennen. Dieses Hinschauen in ein weithin unbekanntes Land und das Aufspüren jener Essenz vermittelt uns die Künstlerin auf eine unaufdringliche, fast diskrete Weise. Und als Betrachter ihrer Kunst beginnen wir die Kraft zu spüren, die in der Gesamtheit dieser einzelnen Momente verborgen ist.

Juliane Hundertmark

Juliane Hundertmark ist eine der zurzeit originärsten und einfallsreichsten Künstlerinnen Berlins. Ihre Arbeit handelt von täglich zu beobachtenden Wahrheiten des Lebens, so wie sie von der Künstlerin erfahren und erlebt werden - Beobachtungen gesellschaftlicher Peinlichkeiten, unterdrückte sowie offen an den Tag gelegte Verhaltensweisen und Ängste des Menschen, die Verletzbarkeit des Individuums und seine Rolle in der Gemeinschaft.

Ihre großformatigen Arbeiten sind durch eine Kombination aus dynamischer, expressiver Malerei in Öl und einer subtilen Einbindung von kleinteiligen Collagen geprägt. Der unverwechselbare, hochgradig eigenhändige Stil der Künstlerin beinhaltet bildreiche Metaphern und gleicht häufig einer szenischen Aufführung, ähnlich einer modernen Genremalerei; eines Sittengemäldes, das die gute Bürgerlichkeit in Frage stellt und unsere persönliche Fallhöhe, vorausgesetzt wir öffnen uns den Bildern, gleich einer Examination offenlegt.

Tibor Pogonyi

Tibor Pogonyi ist versessen auf die Darstellung von stofflichen Oberflächen und zitiert bei der Farbgebung und der Komposition seiner Bilder virtuos klassische Meister, wie Beispielsweise Velazquez oder Tizian. Gleichzeitig – und hierin liegt die große Qualität seiner Kunst - erhalten die Bilder durch die kompromisslose Konsequenz und die große künstlerische Autonomie mit der Pogonyi seinem Thema – der conditio humana – nachgeht, eine bestechende Aktualität, die sich nur schwer ergründen lässt und der man sich nur schwer entziehen kann.